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Brummi wird salonfähig

Am letzten Oktober-Wochenende findet der Suisse Caravan Salon in Bern statt. Das ist eine Campermesse, die alle möglichen und unmöglichen Wohnwagen, Wohnmobile und Abenteuer-Reisefahrzeuge ausstellt.

Brummi-Fahrten sind trendy

Der Messeleiter erwartet wieder so viele Besucherinnen und Besucher wie vergangenes Jahr: Damals zählte er 49’000 Eintritte! Oder wird der diesjährige Suisse Caravan Salon zahlenmäßig das Vorjahr toppen?

Das Camping-Leben und Unterwegssein mit der eigenen Wohnung auf vier Rädern boomt. Dass so viele junge Familien erkennen, dass Campingferien praktischer und unkomplizierter als Zelt- oder Hotelferien sind, erkennt man besonders deutlich in der Sommerferien-Zeit. Umso wichtiger auch für die Camping-Messe in Bern, sich familienfreundlich zu präsentieren.

Brummi unter Freunden

Und genau hier rückt wieder mal unser guter alter Brummi auf den Plan: Neben Wickeltisch, Kinderhort, musikalischer Unterhaltung, Tischfussball-Turniere und Picknick-Ecke gibt es auf der Messe auch Lesungen aus dem Buch „Die Abenteuer des kleinen Brummi“.

Am Freitag, Samstag und Sonntag gibt es zwischendurch ein kleines Häppchen eines Brummi-Abenteuers, das hoffentlich die Fantasie der Kinder ankurbelt. Vielleicht erfinden die Zuhörerinnen und Zuhörer auch eigene Geschichten, wie sie mit eigen frisierten Fahrzeugen aufbrechen. Ein Camper in Form eines Schneckenhauses, einer Raumsonde oder mit einem Rudel Schlittenhunde gezogen.

Auf alle Fälle werden interessierte Kinder meine Brummi-Geschichten hören, die das Reisen mit einem Camper bereits kennen. Diese Kinder haben womöglich bereits Camper-Fahrten, Camper-Abenteuer, Camper-Freudenschreie, Camper-Gruselerlebnisse, Camper-Pannen und Camper-Liebesgeschichten erlebt. Vielleicht gibt es während der Lesung auch Zwischenrufe aus den Publikumsreihen wie „Alles schon erlebt!“ und „Ist doch alter Sirup!“

Brummi lernt dazu

Was für mich persönlich weder alte Schokomilch noch alter Pfefferminztee ist: Ein Trainingsgelände auf der Messe, wo man Lenkmanöver, Parken in eine enge Lücke, im Rückwärtsgang auf Hindernisse achten und womöglich sogar Elch-Tests machen darf.

Womit ich im Fahrparcours bestimmt anfangen werde: Brummi muss doch endlich – wie im September-Abenteuer erwähnt – schwimmen, tauchen, fliegen und sprechen lernen.

Zum guten Glück wird eine aufmerksame Fahrlehrperson neben mir Platz nehmen und sofort eingreifen, wenn ich zu einer Gefahr werde…

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Los geht’s, Brummi, gib Vollgas!

„Zwei Thermosflaschen“ kritzle ich auf unsere Liste. Haltbare Milch ist sowieso unverzichtbar, damit wir nicht saure Flocken in unsere Kaffeetassen gießen werden. Genug Sonnencrème, den Frisbee, das Mückenmittel von vergangenem Jahr, das Strandtuch aus Tansania… und natürlich Viktor, unser Luftmatrazen-Krokodil. Was mit verwackelter Schrift kaum zu entziffern ist: Schnorchel und Wasserspritze.

Brummi ist belastbar

Ich schleppe einen übervollen Wäschekorb zu unserem Brummi, der schon vor unserem Urlaub wie ein Backofen in der Sonne schmort. Es riecht etwas muffig. Die Schränke und Schubladen fülle ich mit warmen Pullover, Taschenlampe, Bratpfannen und mit unserem geliebten Vogel-Memory.

Unsere Mini-Wohnung auf vier Rädern ist nicht mehr aus unserer Freizeit wegzudenken. Seit wir unseren Brummi besitzen – sage und schreibe schon fünf Jahre! – sind uns „Hotel“ und „Koffer zum Bahnhof tragen“ unbekannte Begriffe. Wir müssen uns beim Packen nicht nur auf das nötigste Zeug reduzieren, sondern können uns auch sperrige und komfortable Gegenstände für einen Brummi-Ausflug leisten.

Toskana mit Olivenhaine, Dolomiten mit Bär

Bei einem kühlen Bier und sanftem Abendwind klappen wir unseren großen Atlas auf. Die Zeigefinger streichen über die Toskana bis zur adriatische Küste, dann hoch zu den Dolomiten. Unsere geplante Strecke ist in 14 Tagen gut machbar, flexibel einzuteilen, falls uns der Comer See für einen längeren Aufenthalt verführt, wir Freude am Po-Delta bekommen oder wir nicht die Dolomiten verlassen wollen, solange wir noch keinen Bären zu Gesicht bekommen haben.

Die Großwetterlage verspricht Sonne, sternenklare Nächte, Quellwolken. Das Land verspricht Oliven, Mozarella, Rotwein. Die Vorfreude verspricht lachen, sich zurücklehnen, Füße in den Sand buddeln. Und schließlich Brummi? Dieser verspricht genug Platz für den Klappgrill, einen vollen Wassertank für die eine oder andere Openair-Dusche, seine altmodische Musikanlage für Bodo und Dodo.

Der verschobene Tagesrhythmus

Um den Gute-Laune-Dämpfern Stau und brütende Hitze – und wenn es schlimm kommt, in brütender Hitze im Stau stehen! – auszuweichen, nehmen wir uns Nachtfahrten vor. Zwar sehen wir von der Landschaft wenig bis nichts, aber wir ziehen die Fahrzeit zwischen 19 und 23Uhr vor. Kaum Lastwagen auf den Autobahnen, keine roten Ampeln vor Baustellen, kein Kolonnenfahren durch Dörfer.

Ich umkreise auf unserer Liste den Werkzeugkoffer, die Wäscheleine und das Wikingerschach. Brummi ist bereit. Bereit für wilde Bären, Schnorchel und Thermosflasche mit kühler Milch für den Morgenkaffee.

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Der Mann im Blaumann

Am vergangenen Wochenende bot ich wieder Lesungen an. Der Anlass dafür war ein schönes Fest von und mit Grundschulkindern, die in Feierlaune waren. In der neu eingerichteten Schulbibliothek hatten wir eine Leseecke für Brummi-Geschichten eingerichtet: farbige Matten, weiche Kissen, meine Globus-Leselampe.

Der Blaumann kommt

Schon trudelten die Kinder zur angekündigten Brummi-Lesung ein. Ich startete mit dem Februar Kapitel, weil die Zustimmung der Kinder riesig war, als ich nach der Lust auf Verbrecherjagd fragte. Am Ende der Geschichte kommt Brummi in eine Reparaturwerkstatt, wo ein Automechaniker im Blaumann Brummi wieder zusammenbauen kann.

Die Kinder saßen fokussiert und richtiggehend gefesselt im Halbkreis vor mir und hatten es offenbar noch nicht bemerkt, dass die Geschichte mit Happy End nun fertig war. Ich schaute in die Runde und „weckte“ sie mit der Frage, ob denn klar sei, was ein Blaumann sei.

Die Erklärung liegt auf der Hand

„Ja, sicher“, äußert sich ein älterer Junge, der vor allem ein Autogramm von mir haben wollte, weil dies seine Sammelleidenschaft sei. „Ein Mann in Blau.“ Er meinte es nicht etwa zum Spaß oder fühlte sich ertappt, weil er sich mit dem fremden Wort keinen Reim machen konnte. Nein, für ihn war es das Offensichtlichste und Logische der Welt.

Mir gefällt in der Kommunikation mit Kindern am meisten, dass sie ihre eigene Weltanschauung haben und sich Unverständliches ganz einfach erklären. Wenn in diesen fantasiereichen Brummi-Geschichten viele verrückte Abenteuer passieren wie ein überraschender Walsprung, eine gefährliche Flussüberquerung, ein heftiger Schneesturm, ein gruseliges Autoaufknacken etc., wieso soll da nicht plötzlich ein Mann in Blau auftauchen?

Wie absurd darf es sein?

Da stellt sich mir die Frage, inwiefern ich mich beim Geschichtenerzählen an die Realität halten soll. Kann im zweitletzten Satz einer Geschichte ein Mann in Blau auftauchen? Würde eine solche neue Erscheinung die Kinder nur irritieren? Oder könnte ich sie in der absurden Gedankenwelt der Fantasiegeschichten vielmehr abholen und ihre Denkmaschine anregen?

Mich persönlich stören Kindergeschichten, die allzu spirituell von einer Seelenmusik sprechen oder von Paradiesdüften die Rede ist. „Zu abstrakt!“ möchte ich dann rufen, wenn die detailreichen Beschreibungen oder nachvollziehbaren Realitätsbezüge fehlen. Aber das ist womöglich die Sicht von Erwachsenen…

Auf den Versuch kommt’s an

Losgelöst von einem festen Zeitfenster und geplanten Themen, sollte ich eigentlich dort anfangen, wo ich üblich aufhöre: an der Grenze zur Absurdität.

Ich werde das nächste Mal den braven Rahmen der Brummi-Lesung sprengen und die zuhörenden Kindern auffordern, die Geschichte weiterzuentwickeln. Wenn Brummi zur Reparaturwerkstatt gebracht wird und sich ein Mechaniker als „blauer Mann“ dem total verbeulten Camper nähert, gebe ich die Fantasie-Reise den Kindern ab. Was macht der blaue Mann mit dem Brummi? Wieso ist er blau? Wie kam es dazu, dass er nicht hellgrün oder pink ist?

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Von einem Ideen-Hauch zum fertigen Buch

Genau beschreiben kann ich meinen Schreibprozess eigentlich nicht. Das ist für mich eine unerklärliche Angelegenheit, wie ich von einer Inspiration zu einer Brummi-Geschichte komme.

Eindrücklicher Film oder Zeitungsbericht

Das Oktober-Kapitel ist nach einem eindrücklichen Film entstanden. Allerdings habe ich diesen auf Polnisch geschaut – und eben: angeschaut habe ich die bewegten Bilder und kaum die Sprache verstanden. Dieser Film hat mich angeregt für eine eigene Geschichte mit dem ollen Brummi.

Das Juni-Abenteuer geht einem Zeitungsartikel zugrunde. Thema des Essays ist der Arbeitsalltag einer Altenpflegerin, die sich über die körperlichen und psychischen Belastungen, die Strapazen bei griesgrämigen Senioren und über die unverarbeitete Trauer äußert. Mir geisterte die Frage durch den Kopf, wie ich meinem Kind, das bald seine Urgroßmutter verlieren wird, die Sache mit dem Tod erklären kann. Was ist ein kindgerechter Umgang mit einem Todesfall? Wie wirkt die Formulierung „Der alte Mensch schließt die Augen und atmet ein letztes Mal aus“ auf ein Kind, das 1000 Warum-Rückfragen stellt?

Nervige Mitmenschen und Ferienerlebnis

In den Juli– und August-Kapitel thematisiere ich unangenehme Charakterzüge von Menschen in meinem Umfeld. Meinem Ärger wollte ich Luft lassen, dass es so viele akribisch genau Funktionierende, nachlässig-zerstreute Chaoten, gierig materiell Besessene und geistig meilenweit Abwesende gibt. Selbstverständlich bin ich für die Brummi-Geschichten abgeschweift von meiner ursprünglichen Triebfeder – und am Ende der Geschichte war ich selbst erstaunt, wie wenig die beschriebenen Figuren mit den Charakterzügen der realen Menschen zu tun haben.

Das Mai-Abenteuer habe ich tatsächlich so erlebt. Allerdings nicht in Neuseeland, nicht mit den beschriebenen Figuren und hintergründigen Familiengeschichten, nicht mit den Spinnereien wie Regenbogen-Walsprung-mystischen Moment. Da ist die Fantasie mit mir durchgebrannt. Was wahr ist: In Schottland sind wir mit unserem Camper zu einem Leuchtturm gefahren, der verlassen und runtergekommen wirkte. Wir schlenderten im Areal umher und auf einmal hörte ich den Satz: „Wir könnten ja hier einziehen.“ Der Rest ist Schall und Rauch.

Stein des Anstoßes für das Mai-Abenteuer

Geisterbahn im Kopf

Von wegen halte ich mich beim Schreiben an ein so genanntes Storyboard oder einen Plot, obwohl ich es in meiner Autorenschule gelernt habe. Meistens weiß ich bis zuletzt nicht, wie das Abenteuer enden wird. Ich befinde mich selbst auf einer Gedankenreise und lasse meine Finger in die Tastatur hämmern, was ich gerade denke.

Während mein Blick aus dem Fenster schweift und sich an eine fliegende Wolke hängt, führen die Finger aus, was in der Geisterbahn im Kopf gerade rumspukt. Das ist spontan, ungefiltert und ziemlich aus dem hohlen Bauch heraus. Danach lese ich meinen Text und wundere mich manchmal…

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Brummi aus Kinderperspektive

Weil Kinder unmittelbar und direkt Feedback geben können, schätze ich meine Live-Lesungen für junges Publikum sehr. Aufgrund der Körpersprache der Kinder kann ich sofort erkennen, wenn ich textlich zu sehr abschweife, detailverliebt in einer Beschreibung verweile, zu kompliziert in der Handlung manövriere oder wenn im Text ein störendes Fremdwort auftaucht. Das langweilt die Zuhörerschaft und plötzlich ist eine vorbeiziehende Wolke am Himmel oder eine Ablenkung beim Sitznachbar interessanter als Brummis Abenteuer.

Kecke Nachfragen erfrischen

Aber nicht nur nonverbal können mir die Kinder positive und negative Rückmeldung geben, auch witzige Nachfragen können meine Gedanken anregen, wie meine Brummi-Geschichten ankommen. „Was ist ein Fahrradwimpel?“, fragte mal ein Kind zwischendurch. „Warum kann ein Feldstecher die Augen kaputt machen?“, wollte ein anderes wissen, das besonders im September-Abenteuer mitfieberte.

An jenem Nachmittag kam eine wilde Kindergruppe von acht und neun Jahren an die Lesung. Die Kinderaugen wirkten irgendwie erschöpft, gesättigt vom langen Schultag und gleichzeitig neugierig, was diese Frau mit dem roten Bus auf dem Buchcover mit ihnen vorhat.

Brummi mit dem blinden Mädchen

Gerade beim September-Kapitel, das von einem blinden Mädchen handelt, das nach dem Verlust des Augenlichtes eine Abenteuerfahrt mit seinem Papa erleben darf und gleichzeitig Brummi vor ganz neue Herausforderungen der Sinneswahrnehmung stellt, sprudeln so viele Rückmeldungen aus den Kindern.

Ein Junge mit einer riesigen Zahnlücke fragte, ob ich die Gebärdensprache, äääääh, die Blindenschrift lesen könne. Der konsterniert-verzweifelte Blick eines Mädchens zeigte, dass es ganz und gar nicht mit dem Ende der Geschichte einverstanden war: Es hat gehofft, dass Leyla wieder das Augenlicht zurückbekommt. Das fehlende Happy End behagte ihm gar nicht. Seine Freundin äusserte sich entrüstet über den Schluss der Geschichten: Der Raubvogel, der sich auf das Kaninchen stürzt. Es ruft bestürzt in die Runde: „Wieso? Das arme Kaninchen! Kann Leyla es retten? Aber sie sieht es ja nicht! Der gemeine Vogel!“

Die böse Welt verschont nicht

Einem Jungen mit roten Segelohren fiel auf, dass sich der Raubvogel doch nur aus der Perspektive des Vaters auf das schutzlose Häschen stürzt, weil doch nur Erics Augen sehen können… Ein Mädchen mit Brille und Einhorn-Pullover kommentierte, dass es richtig sei: Zum guten Glück muss das blinde Mädchen den schnellen, schrecklichen Tod des Kaninchens nicht sehen. Das sei doch mindestens gut an der Blindheit.

Sehr sehr spannend für mich, auf alle Fälle. Ich möchte die Lesungen auch nicht missen, die mir mit den direkten Feedbacks der jungen Leserschaft so viel bringen.

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Der rauchende Camper

Ein uralter Camper stand in unserer Straße unten. Ein weißer Kasten, nicht zu viel und nicht zu wenig in Stand gehalten. Das Nummerschild deutete auf lokale Besitzer hin. Die Fenster waren blickdicht mit Vorhängen behangen. Kein Persönlichkeitsmerkmal auf dem Armaturenbrett oder im offenen Handschuhfach…

Der geheimnisvolle Unbekannte

Er war immer gleich geparkt und ließ überhaupt keine Spekulationen zu, wer ihn besaß. Je weniger ich darüber wusste, umso mehr kurbelte er meine Fantasie an, wenn ich an diesem alten Fahrzeug vorbeiging.

Gehörte er einem Rentnerpaar, das sich nun doch gegen alle Vorsätze häuslich niederließ und von ihrem Schneckenhaus auf Rädern absahen? Einem Jugendlichen, der gelegentlich sein Surfbrett aufs Dach des Campers schnallte und an einen windigen See fuhr? Einer Frau, die Hütedienst für alleingelassene Hunde anbot und entsprechend mit einer Meute Wildfängen ins Grüne fuhr?

Was und wer steckt hinter diesem Camper?

Ein erster Hinweis: Drogen

Einmal, als ich eilig an diesem geheimnisvollen Camper vorbeihastete, stieß mir ein markanter Geruch in die Nase: Marihuana! Als ich mich umblickte, woher diese Rauchwolke kam, bemerkte ich einen Schatten hinter dem alten Camper. Niemand stand offensichtlich dort, sondern versteckte sich vielmehr dahinter und rauchte genüsslich einen Joint!

Weil ich die Straßenbahn verpasst habe und einige Minuten in Sichtdistanz zum Camper warten musste, konnte ich das weitere Spektakel beobachten: Wenige Augenblicke später knallte die Tür und der Motor hustete schwerfällig. Nichts regte sich. Noch ein Versuch, der Motor klang nach einem chronischen Reizhusten, der nicht nachlässt. Erst nach dem dritten Versuch sprang der Motor richtig ab, ein klassischer Camper aus den 1970er Jahren, der originalgetreu gepflegt wurde. Es rasselte im Getriebe, der Motor heulte ruckartig auf.

Joint-Rauch und Diesel-Rauch

Endlich setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Es rasselte und ratterte vielversprechend. Wer wohl am Steuer saß? Bekifft – doch ein Surfer mit Sonnenbrille und Dreadlocks? Oder eine Hundelady, die sich mit ein paar Joint-Zügen Ruhe und Entspannung vor einem Ausflug mit fremden Wildfängen holte?

Eine rußige Dieselwolke ließ der Camper zurück, der beinahe auf der Zunge spürbar war. Statt „was für eine Dreckschleuder!“ zu schimpfen, schauten die Leute an der Straßenbahnhaltestelle anerkennend hinterher. Die roten Bremslichter blitzten kurz auf, man könnte sie als traurigen Abschiedwink auf Nimmerwiedersehen verstehen.