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Los geht’s, Brummi, gib Vollgas!

„Zwei Thermosflaschen“ kritzle ich auf unsere Liste. Haltbare Milch ist sowieso unverzichtbar, damit wir nicht saure Flocken in unsere Kaffeetassen gießen werden. Genug Sonnencrème, den Frisbee, das Mückenmittel von vergangenem Jahr, das Strandtuch aus Tansania… und natürlich Viktor, unser Luftmatrazen-Krokodil. Was mit verwackelter Schrift kaum zu entziffern ist: Schnorchel und Wasserspritze.

Brummi ist belastbar

Ich schleppe einen übervollen Wäschekorb zu unserem Brummi, der schon vor unserem Urlaub wie ein Backofen in der Sonne schmort. Es riecht etwas muffig. Die Schränke und Schubladen fülle ich mit warmen Pullover, Taschenlampe, Bratpfannen und mit unserem geliebten Vogel-Memory.

Unsere Mini-Wohnung auf vier Rädern ist nicht mehr aus unserer Freizeit wegzudenken. Seit wir unseren Brummi besitzen – sage und schreibe schon fünf Jahre! – sind uns „Hotel“ und „Koffer zum Bahnhof tragen“ unbekannte Begriffe. Wir müssen uns beim Packen nicht nur auf das nötigste Zeug reduzieren, sondern können uns auch sperrige und komfortable Gegenstände für einen Brummi-Ausflug leisten.

Toskana mit Olivenhaine, Dolomiten mit Bär

Bei einem kühlen Bier und sanftem Abendwind klappen wir unseren großen Atlas auf. Die Zeigefinger streichen über die Toskana bis zur adriatische Küste, dann hoch zu den Dolomiten. Unsere geplante Strecke ist in 14 Tagen gut machbar, flexibel einzuteilen, falls uns der Comer See für einen längeren Aufenthalt verführt, wir Freude am Po-Delta bekommen oder wir nicht die Dolomiten verlassen wollen, solange wir noch keinen Bären zu Gesicht bekommen haben.

Die Großwetterlage verspricht Sonne, sternenklare Nächte, Quellwolken. Das Land verspricht Oliven, Mozarella, Rotwein. Die Vorfreude verspricht lachen, sich zurücklehnen, Füße in den Sand buddeln. Und schließlich Brummi? Dieser verspricht genug Platz für den Klappgrill, einen vollen Wassertank für die eine oder andere Openair-Dusche, seine altmodische Musikanlage für Bodo und Dodo.

Der verschobene Tagesrhythmus

Um den Gute-Laune-Dämpfern Stau und brütende Hitze – und wenn es schlimm kommt, in brütender Hitze im Stau stehen! – auszuweichen, nehmen wir uns Nachtfahrten vor. Zwar sehen wir von der Landschaft wenig bis nichts, aber wir ziehen die Fahrzeit zwischen 19 und 23Uhr vor. Kaum Lastwagen auf den Autobahnen, keine roten Ampeln vor Baustellen, kein Kolonnenfahren durch Dörfer.

Ich umkreise auf unserer Liste den Werkzeugkoffer, die Wäscheleine und das Wikingerschach. Brummi ist bereit. Bereit für wilde Bären, Schnorchel und Thermosflasche mit kühler Milch für den Morgenkaffee.

Ein Gedanke zu „Los geht’s, Brummi, gib Vollgas!

  1. Хорошая статья

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